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Leiterrunden-Wochenende 2009: Sieben-Burgen-Tour

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Als klar wurde, dass wir bei unserem Leiterrunden-Wochenende vom 15. - 17. Mai nur sechs Leute sein würden, war der Entschluss schnell gefasst, nicht in irgendein Selbstversorgerhaus zu fahren, sondern zu wandern. Ich machte den Vorschlag, einen Geocache anzugehen, von dem ich schon viel gehört hatte: die 7-Burgen-Tour im Pfälzer Wald und den nördlichen Vogesen.

Wie der Name schon sagt, geht es bei diesem Cache nicht einfach darum, an bestimmten Koordinaten eine Dose zu finden. Die Dose mit Logbuch gibt es natürlich auch, sonst wäre es kein Geocache, aber um diese zu finden, muss erst mal eine 32-Kilometer-Wanderung absolviert werden, vorbei an sieben Burgruinen an der deutsch-französischen Grenze. Die Entscheidung, diese Tour zu laufen, war goldrichtig, denn nicht nur war die Strecke schön, sondern auch vor allem jede der Burgen! Der Einfachkeit halber folgt nun als Tourenbeschreibung mein Internet-Geocache-Log-Eintrag.

Zwar brachen wir (Vanessa, Frank, Julian, Thomas, Peter und Christian) am Freitag gegen 20 Uhr auf dem Zeltplatz in Schönau bei leichtem Regen auf, der dann stetig stärker wurde, aber der Wetterbericht hatte es eigentlich schlimmer vorhergesagt - und als wir gegen 22 Uhr die Wegelnburg erreichten und freudig feststellten, dass nicht nur die Froensburg über Felsenkammern verfügt, war die Laune schon wieder recht weit oben. Die Zelte konnten eingepackt bleiben, dafür haben wir schnell die Trangia-Kocher ausgepackt und Spaghetti Carbonara à la Knorr gekocht. Zwar kein kulinarischer Hochgenuss, aber warm und sättigend. Nach einem kleinen Gläschen Jägermeister, den das Einkaufsteam überraschend hervorzauberte, krochen wir allerdings bald in die Schlafsäcke und verschoben die Besichtigung der Ruine auf den nächsten Morgen.

Der grüßte uns mit Sonnenschein, und so machte die Erkundung der Burg gleich noch mehr Spaß. Wahnsinn. Gut erhalten, wunderschön, fast kein Müll, tolle Aussicht - schon die erste Burg schien nicht leicht zu toppen.

Nach dem Frühstück brachen wir auf, überquerten bald die Grenze und kamen am (Iron-?)Maidenbrunnen vorbei. Nicht viel später klettern wir schon auf der Hohenburg rum - auch diese mit Felsenkammern, etwas verwinkelter und mit steilen Treppen ganz nach oben mit Wahnsinns-Aussicht in alle Richtungen. Nicht ganz historisch, aber praktisch war das beschriftete Rundumpanorama mit allen sichtbaren Burgen. Nach der im Vergleich unspektakulären, aber ebenfalls sehr schönen Ruine Löwenstein kam ein schöner Abstieg zum Bistro bei der Burg Fleckenstein. Bei Kaffee, Quiche Lorraine, Eis oder Elsass-Cola in strahlendem Sonnenschein kamen wir wieder zu Kräften und füllten noch schnell die Wasservorräte auf. Die Burgbesichtigung sparten wir uns - die hätte nämlich leider Geld gekostet. Sah aber auch sehr imposant aus!

Keine zwei Stunden später erreichten wir die Froensburg. Okay - die Wegelnburg war getoppt...

Es machte richtig Spaß, auf der Ruine rumzuturnen. Treppen hoch und wieder runter, und überall Ehrfurcht vor diesem eindrucksvollen Bauwerk. 14 Uhr war allerdings für eine zweite Übernachtung viel zu früh - dafür hatten wir auch den Zeltplatz mit seinen Duschen gebucht. Also ging es nach einer halben Stunde, in der ich durch Zufall auch noch eine "Ciste" (eine französische Geocaching-Variante) entdeckte, weiter. Nach dem Mittagessen vor einer Schutzhütte und dem Almenfels-Cache hatten wir dann gegen 17 Uhr zeitgleich mit einer Horde von 20 Mountainbikern die Ruine Wasigenstein erreicht. Und die ist unser absoluter Favorit!

Und das war uns schon klar, bevor uns auffiel, dass auch der hintere Teil begehbar war. Wir erkundeten also auf Groß- und Kleinwasigenstein jeden Winkel und bewunderten Baukunst und Aussicht. Der absolute Hammer!

Da wir leider eine Deadline hatten, ging es nach einer Dreiviertelstunde weiter über die Grenze zur letzten der 7 Burgen. Klein, aber auch sehr schön. Ganz oben bei der kleinen krummen Kiefer sitzt man sehr gemütlich! Auf dem Rückweg zum Zeltplatz in Schönau war das Heben der eigentlichen Cachedose dann nur noch Formsache - so einen Cache geht man nun wirklich nicht wegen des Statistikpunkts an.

Irgendwann kurz vor 21 Uhr erreichten wir dann den Lagerplatz. Da uns ein Platz direkt neben der Grillhütte zugewiesen war, verzichteten wir auch hier wieder auf den Zeltaufbau. Der Euro für die warme Dusche war extrem gut angelegt, und danach gab es Miracoli - ewig nicht gegessen, aber zu diesem Zeitpunkt sehr, sehr lecker. Nach der Vernichtung der restlichen Süßkramvorräte und der zweiten Hälfte der Jägermeister-Flasche gingen wir dann auch irgendwann schlafen, damit wir am nächsten Tag fit genug für die Rückfahrt (ca. 165 km) waren.

Insgesamt haben wir für die Runde mit Übernachtung auf der ersten Burg und vielen Pausen etwa 25 Stunden gebraucht - die irgendwie viel zu schnell vorbei waren. Aber in Erinnerung wird mir dieser Cache sehr lange bleiben!

 

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